Ich musste einsehen, der Wegweiser ist nicht immer zugleich der Weg, auch wenn für das Setzen eines Wegweisers der Weg klar sein muss. Seit langer Zeit unterrichte ich die Methode NLP, welche aus vielen kleinen einzelnen Formaten zusammen gesetzt ist. Ich liebe diese Arbeit mit der Methode NLP. Es ist wunderbar zu beobachten, wenn ich diese Übungen während einer Ausbildung anleite, welche positive Veränderungen bei den Anwendenden entstehen. Das bereitet mir eine große Freude.

Es gibt eine Übung bei welcher  ich die Teilnehmenden durch das Erleben in Bezug auf den eigenen Körper führe. Ziel dabei ist es zu spüren, welche Macht wir selbst über unseren Körper haben. Leider musste ich einsehen, dass ich selbst das Ganze bei mir und einem sehr großen Schmerz (Einsetzen einer Schultergelenkprothese nach einem Fahrradunfall) nicht hinbekomme habe.

Worüber ich nicht geredet habe: Meine Übung funktionierte bei mir selbst nicht.

Ich bin so begeistert von der Wirksamkeit der Übung bezüglich des für Schmerzempfindens und dann – es ist kaum zu glauben – bekam ich es bei mir selbst nicht hin. Bisher habe ich nicht darüber gesprochen. Deshalb habe ich über drei Jahre allen gegenüber darüber geschwiegen. Mir ist aufgrund meines damaligen Zustandes weder die Anwendung der Übung bei mir selbst gelungen. Noch bin ich auf die Idee gekommen, einfach einen Kollegen oder eine Kollegin zu bitten, mich durch diese Übung durchzuführen. Ich war in einem so schlechten Zustand, dass ich nicht einmal dafür stark genug war.

Warum ich dachte, das erzählt man / frau nicht: 

Meine Vorfahrinnen mütterlicherseits waren, soweit ich dies zurück verfolgen konnte (bis zur Ururgroßmutter), alle Unternehmerinnen. Und irgendwie gab es so etwas wie „The Show must going on.“ Schwäche wurde nicht gezeigt. Kopf in den Nacken und Krone richten würde man heute sagen. So war es mit meinen weiblichen Vorbildern. Meine eigene Großmutter hat noch mit über 80 Jahren einen lang gehegten Traum verwirklicht und ein Café am Spielkasino in Travemünde eröffnet. Und heute muss ich sagen, ich bin wohl auch so. Schwäche zeigen fällt mir noch immer sehr schwer.  Es kostet mich auch jetzt noch etwas Überwindung, dies hier zu schreiben und trotzdem schreibe ich diese Zeilen.

Was sich geändert hat, seit ich dies ausspreche?

Heute weiß ich, dass ich mich viel früher an meine Kolleginnen oder Kollegen wenden würde, um dies zu bearbeiten. Es ist keine Schwäche, etwas nicht hinzubekommen, sondern eine Stärke sich dies einzugestehen und um Hilfe zu bitten. Das ist schon ein Fortschritt. Denn ich möchte authentisch sein. Vielleicht kennst du dies auch und es könnte sein, dass dieses Beispiel dir ermöglicht früher daran zu denken, dir dies einzugestehen und entsprechend zu handeln. Normalerweise mache ich dies auch, nur in diesem Fall eben nicht. Ich habe mir vorgenommen, künftig noch achtsamer mit mir selbst zu sein. Während der Ausbildung, wenn dieses Beispiel kommt, erwähne ich meine eigene Erfahrung damit.

Was das für dich bedeutet

Mit ist das erst aufgefallen, als eine Kundin während einer Ausbildung etwas über Schmerzen erzählte. Ich rate dir deshalb nicht wie ein Frosch, welcher ins kalte Wasser gesetzt wird, in der Situation drin zu bleiben und dadurch nicht zu bemerken, dass das Wasser immer wärmer wird. Es ist wichtig, um in unserem Feld professionell zu sein und zu bleiben, immer wieder mit unseren eigenen Themen zu arbeiten, immer wieder reflektieren, was ist passiert, ist es notwendig zur Supervision oder zur Behandlung eigener Themen mit Kolleginnen und Kollegen zu gehen? Deshalb biete ich diese Leistung in einer Einzelfallberatung auch dir an, auch wenn du nicht vom Fach bist und eine ähnliche Situation hast, bist du bei mir herzlich willkommen. .

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